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Warum Fahren immer so viele Feuerwehrfahrzeuge zu einem Einsatzort?

Die Anzahl der alarmierten Feuerwehrfahrzeuge richtet sich grundsätzlich nach der Alarmmeldung des Anrufers oder nach sogenannten Einsatzstichworten. Der Disponent der Leitstelle muss anhand der Informationen die er von dem Anrufer erhält eine Entscheidung fällen und die entsprechenden Kräfte alarmieren. Um keine wertvolle Zeit für Nachalarmierungen zu vergeuden, geht man zum Beispiel bei einer ausgelösten Brandmeldeanlage immer von einem wirklichen Feuer aus. Das Ausmaß, gerade in einem Altenpflegeheim oder Krankenhaus kann verheerend sein. Da sich der Umfang eines Einsatzes oft erst an der Einsatzstelle feststellen lässt, werden im ersten Abmarsch alle eventuell benötigten Einsatzkräfte entsendet. Bei einer Brandmeldeanlage zum Beispiel, die beiden Wachen der Berufsfeuerwehr, die Polizei, der Rettungsdienst und die zuständige Ortsfeuerwehr. Bis zur sogenannten Lagemeldung (die Rückmeldung des ersten Gruppen- / Zugführers vor Ort) fahren alle eventuell benötigten Fahrzeuge die Einsatzstelle an, um im Bedarfsfall sofort eingesetzt werden zu können.

Beispiel:
Wohnungsbrand mit Menschenleben in Gefahr in SZ-Bad
Feuerwache 1 (3-4 Fzg.), Feuerwache 2 (2 Fzg.), Rettungswagen (2 Fzg.), Notarzt (1 Fzg.), OF-Bad (1-2 Fzg.), Atemschutzkomponente (1-2 Fzg.), Polizei (1-2 Fzg.)
 

Warum schalten die Fahrzeuge manchmal das Signal ab wenn sie an mir vorbeigefahren sind?

Sollte es der Fall sein, das die ersteintreffenden Feuerwehrkräfte eine Rückmeldung abgesetzt haben und die zur Verfügung stehenden Einheiten ausreichend sind können nachfolgende Kräfte abbestellt oder die Dringlichkeit reduziert werden. Ein sich auf Anfahrt befindendes Fahrzeug kann daher, beispielsweise aufgrund eines Einsatzabbruchs, dass Sondersignal während der Fahrt abschalten und sich als regulärer Verkehrsteilnehmer auf den Rückweg zum Feuerwehrgerätehaus machen. Dies kann auch mal passieren, just in dem Moment als wir an ihnen vorbei gefahren sind.


Warum muss nachts das Martinshorn sein? Es schlafen doch eh alle!

Wir verstehen hier wirklich ihre Reaktion auf diesen Lärm. Dennoch sind wir als Führer eines Einsatzfahrzeuges dazu verpflichtet und zwar vom Abrücken aus dem Feuerwehrgerätehaus bis zur Ankunft am Einsatzort . Das Sonder- und Wegerecht nach §35 und §38 StVO hat nur mit der Nutzung des Blauen Rundumlichtes und dem Martinshorn seine Wirkung. Jeder Verkehrsteilnehmer hat darauf zu reagieren und sowohl tags als auch nachts freie Bahn zu schaffen. In der Regel ist es aber auch so, dass der Maschinist bei freier und überschaubarer Straße gern einmal das Martinshorn für einen Zeitraum abschaltet.


Was muss ich tun wenn sich ein Einsatzfahrzeug mit Sondersignal nähert?

In erster Linie Ruhe bewahren!
Blaulicht und Martinshorn zeigt Ihnen an, dass sie sofort freie Bahn machen müssen. Das heißt aber nicht, das Sie ungebremst auf den Bordstein fahren oder sofort anhalten müssen. Manchmal ist es von Vorteil, einfach ein paar Meter zügig weiterzufahren und dann zum Beispiel die freie Bushaltestelle oder den Seitenstreifen zu nutzen. Halten Sie aber nie in unübersichtlichen Kurven an! Dies macht es extrem schwer die Fahrbahn und den entgegenkommenden Verkehr zu überschauen. Oft sieht man die sehr auffälligen Blaulichter ja schon von weitem im Rückspiegel.


Warum blockiert die Feuerwehr immer die ganze Straße?

Die Sicherung der Straße ist ein Schutz für die Feuerwehleute vor dem fließenden Verkehr. Im Einsatz müssen Feuerwehrleute auf alle möglichen Gefahren achten. Wenn gewährleistet ist, dass der Verkehr ruht, können sich die Einsatzkräfte gefahrloser bewegen und so zügig die Gerätschaften aus dem Feuerwehrfahrzeug entnehmen. Außerdem brauchen einige Feuerwehrfahrzeuge auch in der Breite mehr Platz um arbeiten zu können, wie z.B. die Drehleiter. Generell regelt nicht die Feuerwehr den Verkehr, dies ist Aufgabe der Polizei. Die Feuerwehr schafft sich lediglich einen sicheren Einsatzraum. Schwere Unfälle bei denen der nachrückende Verkehr in die Einsatzstelle fährt zeigen, dass es nie eine komplette Sicherheit gibt.


Warum arbeitet oft nur ein Teil der Einsatzkräfte und nicht alle?

Je nach Art und Umfang des Einsatzes benötigt man oftmals in der Anfangsphase entweder weniger Kräfte (Brandmeldeanlage) oder halt auch gerade zu Beginn alle (z.B. Wohnungsbrand, Verkehrsunfall). So muss zum Beispiel die Einsatzstelle abgesichert oder Gerätschaften in Stellung gebracht werden. In der Endphase, wenn es um Rückbau- und Aufräumarbeiten geht, werden ebenfalls wieder alle Einsatzkräfte benötigt. Außerdem hat jedes Feuerwehrmitglied auf dem Fahrzeug eine bestimmte Aufgabe und die Einsatzkräfte werden nur entsprechend ihrer "vorgegebenen" Aufgaben eingesetzt. Gibt es für ein Fahrzeug also keinen Auftrag, verbleiben die Einsatzkräfte in der Regel auf dem Fahrzeug und warten auf weitere Weisungen der Führungskraft. Das kann in manchen Situationen für den außenstehenden sehr komisch aussehen, hat aber seinen Sinn.